Das Silberbergwerk in der Sommerau

Blick vom Sommerauberg
Einst gab es in der Sommerau ein ergiebiges Silberbergwerk. Die Knappen waren wegen des Reichtums übermütig und verwendeten statt der hölzernen Kegel silberne und schoben mit Brotlaiben danach.
An Sonntagen gingen sie nicht in die Kirche, sondern saßen im Wirtshaus und spielten Karten und tranken Wein. Als sie einmal besonders viel gezecht hatten, kam ein armes Weiblein vorbei, das seine einzige Kuh auf die Weide treiben wollte. Die Knappen in ihrem Übermut umringten die Kuh und zogen ihr bei lebendigem Leib die Haut ab. Das Jammern der Frau aber beantworteten sie mit rohem Gelächter. Da ging die Frau zum Stolleneingang und nahm eine Handvoll Hirse aus ihrer Schürze und streute sie aus.Sie sprach: Die Knappen sollen für Frevel büßen und so soll das Bergwerk erst wieder Silber geben, wenn an dieser Stelle ein schwarzer Hahn dreimal kräht. Dann verschwand sie und wurde nie mehr gesehen.
Als die Knappen am nächsten Tag in den Stollen fuhren, war kein Silber mehr zu finden. Sie mussten die Sommerau verlassen und kamen in der Fremde im Elend um.